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Liebe XTRA Mitglieder,

es geht endlich wieder los - ab dem 11.05.2020.  

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir die XTRA wieder öffnen dürfen. Es liegt uns ein Hygienekonzept vor, dass von Verbänden, Studio Betreibern und der technischen Universität München & IST-Hochschule Düsseldorf aufgestellt wurde und vom Land NRW abgesegnet wurde.
Wir bemühen uns besonders in der Sportklinik Duisburg diesen Auflagen nachzukommen und bitten Sie um Verständnis für diese Maßnahmen - Sie dienen Ihrem Schutz. Diese Einschränkungen gelten nur für eine kurze Zeit und wir freuen uns auf die gewohnten Umstände in naher Zukunft.  

Um Hintergründe der Maßnahmen zu Erläutern und Ihnen allgemeine Information zur Verfügung zu stellen, veröffentlichen wir Textauszüge aus dem „Konzept zur Wiedereröffnung von Fitnessstudios nach dem Höhepunkt der COVID-19 Pandemie“ - Erstellt von Mitarbeitern der Technischen Universität München & IST-Hochschule Düsseldorf.

Anschließend folgen wichtige Informationen für unsere XTRA Mitglieder in Bezug auf die Maßnahmen und deren Umsetzung in der XTRA.

1 Was ist das Coronavirus SARS-CoV-2 und was ist die Erkrankung COVID- 19, die dadurch ausgelöst wird?

Antwort. COVID-19 ist eine Infektionskrankheit, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird (siehe Abbildung 2; SARS-CoV-2 ist eins von vielen Coronaviren). Der Verlauf von COVID-19 ist variabel und reicht von keinen Symptomen über Erkältungs- und Grippe-ähnlichen Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen, Organversagen und Tod. Die Abkürzungen bedeuten:

-  SARS-CoV-2 Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus-2 (Deutsch: Schweres, akutes Atemwegssyndrom-Coronavirus-2).

-  COVID-19 Coronavirus Disease 2019 (Deutsch: Coronavirus-Krankheit 2019).

Der Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion und der COVID-19-Infektionskranheit ist stark unterschiedlich. Schätzungen zeigen, dass zwischen 5-80% der SARS-CoV-2-Infizierten zum Zeitpunkt eines positiven SARS-CoV-2-Tests keine Symptome haben (He et al., 2020; Heneghan et al., 2020). Ein WHO-Bericht mit Daten aus China berichtet, das mit SARS-CoV- 2-Infizierte im Durchschnitt nach 5-6 Tagen (die Spanne reicht von 1-14 Tagen) Symptome entwickeln, was die Inkubationszeit ist. Ungefähr 80% der Infizierten hatten einen milden

 

Verlauf ohne Lungenentzündung oder moderaten Verlauf mit einer leichten Lungenentzündung. 14% Patienten hatten schwere COVID-19 mit einer schweren Lungenentzündung, Atemnot und 6% der Patienten waren kritisch mit Atemversagen, Sepsis und Organversagen (WHO, 2020). Insbesondere bei über 65-Jährigen und Menschen mit Vorerkrankungen wie Herz- und Stoffwechselerkrankungen kann COVID-19 einen schweren Verlauf haben, die eine intensivmedizinische Behandlung und künstliche Beatmung erfordert.

Patienten mit schweren Symptomen können auch an COVID-19 sterben. Exakte Zahlen zur COVID-19-Sterberate sind schwierig zu generieren, denn nicht alle mit SARS-CoV-2 infizierten Personen werden als solche diagnostiziert und gemeldet. Für das prozentuale Verhältnis von gemeldeten verstorbenen COVID-19-Patienten zu allen gemeldeten COVID-19-Patienten (Fall-Verstorbenen-Anteil, Englisch case fatality rate) werden Werte von »1-5% genannt (Robert-Koch-Institut, 2020).

2 Basierend auf welchen Daten haben sich Politiker in Deutschland und anderen Ländern für SARS-CoV-2-Maßnahmen entschieden? Wie sieht die Zukunft der SARS-CoV-2-Pandemie aus?

Antwort. Viele Staaten haben sich für drastische COVID-19-Entschärfungsmassnahmen wie Schließungen und den sogenannten „Lockdown“ entschieden, obwohl diese Maßnahmen die Wirtschaft stark belasten und zu Arbeitslosigkeit führen. Diese Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie waren erforderlich, da ein „Laufenlassen“ die Gesundheitssysteme überfordert hätte und da viele Tote (eine Vorhersage sprach von 40 Millionen Toten weltweit) zu erwarten gewesen wären. Jedoch ist die Pandemie bis zur Herdenimmunität z.B. durch Massenimpfungen nicht besiegt und SARS-CoV-2-Infektionswellen können auch in Zukunft wieder entstehen.

Politiker hatten zwei Hauptoptionen, um auf die SARS-CoV-2-P1andemie zu reagieren:

1) Herdenimmunität: Hier lässt man die SARS-CoV-2-Pandemie „laufen“, bis sich 60-70% der Bevölkerung angesteckt haben, was schließlich die Pandemie verlangsamt. Vorteile: Reduzierte wirtschaftliche Einbußen. Nachteile: Das Gesundheitssystem wird kurzfristig stark be- oder sogar überlastet, es gibt viele Schwererkrankte und Tote, die nicht alle adäquat behandelt werden können, weil Intensivstationen überbelegt sind.

2) Entschärfung (Mitigation): Hier versucht man durch Entschärfungsmaßnahmen wie Abstandhalten (Social Distancing) oder Ausgangssperren (Lockdowns) den Pandemieverlauf gezielt zu verlangsamen. 
Vorteile: Gesundheitssysteme werden nicht überlastet, weniger Tote. 
Nachteile: Enorme wirtschaftliche Einbußen, Arbeitslosigkeit.

In den meisten Ländern haben sich Politiker für Entschärfungsmaßnahmen wie Schließungen, Lockdowns und Social Distancing entschieden, die enorme wirtschaftliche Schäden hervorrufen und die unsere Grundrechte einschränken. Warum haben sich Politiker in vielen Ländern für diese Maßnahmen entschieden? Die Antwort ist, dass Folgen eines „Laufenlassens“ so dramatisch waren, dass dies keine echte Option war.

Wichtige Informationen stammen aus den Imperial-College-Berichten, die verschiedene Pandemie-Szenarien modelliert haben. Der Imperial College Report 9 (Stand: 13.03.2020) schätzt z.B. dass alleine in den USA 2,2 Millionen Menschen sterben würden, wenn man die Pandemie einfach laufen lässt (Imperial-College-COVID-19-Response-Team, 2020a). Dies hätte zu einem explosionsartigen Verlauf der Kranken- und Todeszahlen im Zeitraum von Mai- Juli 2020 in den USA geführt.

3 Wie kann ich SARS-CoV-2-Infektionen beim Training vermeiden, die über die Luft (Tröpfchen & Aerosol) übertragen werden?

Antwort & Empfehlung. Tröpfchen sind Flüssigkeitspartikel >5 mm und Aerosol sind Flüssigkeitspartikel £5 mm in der Atemluft. Über Tröpfchen und Aerosol kann das SARS-CoV-2 Virus beim normalen Atmen und insbesondere beim Husten und Nießen nach außen gelangen. Derartige Tröpfchen- und Aerosol-Infektionen sind wahrscheinlich die häufigsten SARS-CoV-2-Infektionen. Bei körperlicher Belastung kommt hinzu, dass unsere Atmung von 5 l/min in Ruhe auf bis zu über 100 l/min ansteigen kann. Um-SARS-CoV-2-Aerosolinfektionen in Fitnessstudios zu vermeiden empfehlen wir daher:

  • Wenn raumlufttechnischen Anlagen vorhanden sind, dann sollte die Luftwechselrate auf das maximal erträgliche Maß eingestellt werden, andernfalls ist ein regelmäßiges Lüften angeraten. Bereitet das Lüften Probleme, dann sollte das Ausdauertraining drinnen vermieden werden.
  • Gesichtsmasken (Mund-und-Nasenschutz) sollten verpflichtend sein, es sei denn ein Fitnessstudio hat eine sehr gute Lüftung und Mitglieder können Abstände von mindestens 1.5 m und bei Belastung mehr jederzeit sicher einhalten.
  • Trainingsgeräte wie Laufbänder, Stepper oder Fahrradergometer sollten nicht gegenüber aufgestellt sein und möglichst so positioniert werden, dass seitlich und nach hinten mindestens 1.5 m Abstand und mindestens 2 m nach vorne in Atemrichtung besteht. Ist das Umorganisieren der Geräte nicht möglich, sollten entsprechende für das Training nicht zugelassen werden.
  • Krafttrainingsgeräte und Hantelbänke müssen den Abstand von mindestens 1,5 m gewährleisten oder sollten umgestellt bzw. temporär abgesperrt werden.
  • Bezogen auf das Krafttraining empfehlen die Autoren keine maximalen Ausbelastungen anzustreben und ausreichende Pausen zwischen den Trainingssätzen zu machen.
  • Um eine potentiell hohe Tröpfchen- und Aerosolbildung durch Atemraten über 50 l/min zu vermeiden empfehlen wir nur mit niedriger oder mittlerer Intensität zu trainieren (z.B. bis „somewhat hard“ (etwas schwierig) auf der Borg-Skala oder bis ca. 75% der maximalen Herzfrequenz). Kurse wie Spinning-, Zumba- und Tabata-Training sollten nicht durchgeführt werden, da dann selbst bei >1,5 m Abstand zu viele Menschen zu hohe Atemminutenvolumina ein- und ausatmen. Intensives Ausdauertraining kann eventuell nach draußen verlegt werden. Bei der Nennung der Kurse ist zu beachten, dass es teilweise sehr unterschiedliche Nomenklaturen für die einzelnen Kursformate gibt. Daher gelten die Empfehlungen lediglich als Wegweiser und müssen individuell angepasst werden.
  • Keine Partnerübungen oder Partnerhilfen wie z.B. beim „Spotting“ bzw. der aktiven Hilfestellung, da der Abstand zu gering ist.
  • Husten- und Niesetikette: Von anderen Personen abwenden, Niesen ins Einwegtaschentuch oder Armbeuge, danach unbedingt Hände waschen bevor Geräte wie Hanteln berührt werden.

Begründung. Die Aerosol- oder Tröpfcheninfektion ist wahrscheinlich der Hauptübertragungsweg des SARS-CoV-2-Coronavirus. SARS-Co-V-2 kann über Tröpfchen oder Aerosol über die Schleimhäute der Nase, des Mundes und der Augen in den Körper gelangen. Die bisherige Annahme war, dass Tröpfchen maximal 1-2 m fliegen können, was zu den aktuellen Sicherheitsabstands-Empfehlungen geführt hat. In Aerosol kann das SARS- CoV-2-Coronavirus bis zu drei Stunden lang nachgewiesen werden (van Doremalen et al., 2020). SARSS-CoV-2-RNA kann in Luftproben der Ausatemluft von Patienten oder in der  Raumluft in Patientenzimmern nachgewiesen werden (Chia et al., 2020; Leung et al., 2020; Santarpia et al., 2020), was zeigt wie wichtig eine gute Lüftung von Räumen insbesondere im Fitnessstudio ist.

Durch Gesichtsmasken (Mund-Nasen-Schutz) kann die Übertragung von Coronaviren vermieden werden, denn sie reduzieren die Konzentration von Coronavirus-RNA in der Ausatemluft. Deshalb wird das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit während der COVID-19-Pandemie empfohlen (Cheng et al., 2020). In Fitnessstudios ist es sinnvoll, da es die SARS-CoV-2-Belastung der Luft wahrscheinlich reduziert und auch die Belastungsintensität begrenzt, denn hohe Atemraten sind mit Gesichtsmasken kaum möglich.

4 Wie kann ich Schmier- und Kontaktinfektionen vermeiden, die durch die Nutzung von gemeinschaftlich genutzten Geräten wie z.B. Hanteln oder Ergometern entstehen?

Antwort & Empfehlung. Wir können uns mit dem SARS-CoV-2-Coronavirus infizieren, wenn wir kontaminierte Oberflächen berühren. Dies wird Kontakt- oder Schmierinfektion genannt. Um SARS-CoV-2-Kontakt- oder Schmierinfektion zu verhindern empfehlen wir:

  • Hände waschen beim Betreten und Verlassen des Fitnessstudios und auch gegebenenfalls während des Besuches. Dies soll mit Seife mindestens 20-30 s geschehen. Dabei soll auch zwischen den Fingern gewaschen werden. Alternativ oder zusätzlich mit Handdesinfektionslösung desinfizieren.
  • Während des Trainings nicht mit den Händen ins Gesicht, Mund, Nase und Augen fassen, denn dann wäre z.B. eine Hantel®Hand®Schleimhaut-SARS-CoV-2-Infektion möglich.
  • Nach der Benutzung von Trainingsgeräten wie Hanteln, Maschinen und Ergometern insbesondere die Griffflächen und Bereiche in Gesichtsnähe mit einen Einmal- Desinfektionstuch, das als „begrenzt viruzid“, "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" deklariert ist, abwischen. Hierbei Einwirkzeit der Oberflächendesinfektion beachten.
  • Private Trainingshandschuhe werden nicht empfohlen, da sie Haus®Studio- oder Studio®Haus-Virusübertragungen verursachen könnten.
  • Einmalhandschuhe können getragen werden.

Begründung. Eine Kontakt- oder Schmierinfektion ist die Übertragung SARS-CoV-2, wenn man kontaminierte Oberflächen berührt. Wenn man beim Berühren von kontaminierten Oberflächen das SARS-CoV-2-Coronaviruss mit der Hand aufnimmt und dann mit der Hand Mund, Nase oder Augen berührt, dann kann man sich mit dem SARS-CoV-2-Coronavirus infizieren. SARS-CoV-2 und verwandte Coronaviren sind auf Oberflächen 24 h und länger nachweisbar (Rabenau et al., 2005; van Doremalen et al., 2020). Daher sind Oberflächen®Hand®Gesicht-SARS-CoV-2-Infektionen möglich und können durch Oberflächen Desinfektion, 20-30 s Händewaschen vermieden werden und in dem man nicht sein Gesicht berührt.

Beim Krafttraining werden von Mitgliedern teilweise Trainingshandschuhe getragen. Diese werden potentiell mit dem SARS-CoV-2-Coronavirus kontaminiert und wenn diese nicht mit 60°C oder mehr gewaschen werden, könnten Trainingshandschuhe das SARS-CoV-2- Coronavirus potentiell verbreiten. Einmalhandschuhe können Schmierinfektionen vermeiden. Das Gesicht sollte nicht berührt werden und nach dem Ausziehen sollten die Hände 20-30 s gewaschen werden.

Gemeinschaftlich genutzte Geräte wie Hanteln sollten nach Benutzung mit vom Fitnessstudio bereit gestellten Einmaldesinfektionstüchern oder Desinfektionsspray durchgeführt werden. Bei der Reinigung sind unbedingt die empfohlenen Einwirkzeiten der Desinfektionsmittel zu beachten. Das heißt, dass hier auch entsprechende Pausenzeiten bei den Trainingsgeräten zu beachten bzw. einzuplanen sind. Allenfalls ist die Desinfektion unvollständig, was das Infektionsrisiko erhöhen würde. Hierbei sind die Hersteller- und RKI-Empfehlungen einzuhalten. Verwendete Reinigungstücher und Einweg-Schutzausrüstung können normalerweise dem Restmüll zugeführt werden, sofern dieser unsortiert der Verbrennung zugeführt wird. Die Verbrennung des Restmülls ist bundesweit nicht immer einheitlich geregt und ist im Einzelfall mit der kommunalen Müllentsorgung zu klären. Sollte der Restmüll getrennt werden müssen, empfiehlt es sich den Müll in gegebenenfalls farblich unterschiedlichen Müllbeuten zu sammeln, um Verwechslungen auszuschließen.

5 Verringert Training das Risiko von SARS-CoV-2 Infekten? Schützt eine gute körperliche Fitness vor einem schweren Verlauf von COVID-19?

Antwort & Empfehlung. Während Social Distancing, 20-30 s langes Händewaschen und Desinfektion (Ziel: Virus fernhalten) die Hauptmaßnahmen sind, um SARS-CoV-2-Infektionen zu vermeiden, kann moderates körperliches Training im Fitnessstudio oder anderswo das Infektionsrisiko weiter senken (Ziel: der Körper wehrt sich besser, wenn das Virus im Körper ist). Junge, fitte Menschen ohne Krankheiten haben ein geringes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Es gibt aber Einzelfälle von jungen, fitten Männern, die mit COVID-19 auf der Intensivstation behandelt werden mussten.

Begründung. Es gibt noch keine wissenschaftlichen Daten zum SARS-CoV-2 Infektionsrisiko und zum Verlauf von COVID-19 bei Athleten (Hull et al., 2020). Jedoch wurden viele Studien und Übersichtarbeiten publiziert, die die Beziehung zwischen körperlichem Training und Atemwegsinfekten beschreiben. Generell reduziert moderates sportliches Training das Risiko von Atemwegsinfekten um »50% wohingegen erschöpfendes, hochintensives Training das Risiko erhöhen kann (Simpson et al., 2020). Jedoch wurde auf die begrenzte Evidenz für die Beziehung zwischen Training und Atemwegsinfektionsrisiko hingewiesen (McCall et al., 2020).

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien zum Fitnessstatus und Verlauf von COVID-19. Jedoch zeigen Einzelfälle, dass auch fitte, junge Männer mit COVID-19 auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Ältere Menschen mit Begleiterkrankungen sind am meisten gefährdet, einen schweren COVID-19-Verlauf zu erleiden. Jedoch gibt es auch Beispiele für fitte, junge Menschen, die mit COVID-19 auf der Intensivstation behandelt werden mussten:

  • „Patient 1“ des italienischen COVID-19-Ausbruchs war ein 38-jähriger Marathonläufer, der mehr als zwei Wochen auf der Intensivstation mit schwerer Lungenentzündung verbracht hat (Paterlini, 2020).
  • Mark Stubbs, ein 28-jähriger Marathonläufer, musste ebenfalls auf der Intensivstation behandelt werden (ITV, 2020).
  • Der frühere olympische Gold- und Silbermedaillengewinner Cameron Van der Burgh twitterte am 22.03.2020: „Ich habe heute seit 14 Tagen mit COVID-19 zu kämpfen. Mit Abstand das schlimmste Virus, das mich je infiziert hat, obwohl ich ein gesunder Mensch mit starken Lungen (Nichtraucher/Sportler) bin, einen gesunden Lebensstil habe und einer jungen - am wenigsten gefährdeten - Bevölkerungsgruppen angehöre“.

Diese Anekdoten zeigen, dass körperliche Fitness nicht immer vor einem schweren Verlauf von COVID-19 schützt.

6 Können auch Menschen ohne COVID-19-Symptome andere Menschen mit SARS-CoV-2 anstecken?

Antwort & Empfehlung. Viele Infektionen durch das SARS-CoV-2-Coronavirus werden durch Menschen verursacht, die noch keine COVID-19-Symptome oder die nie COVID-19- Symptome entwickeln haben. Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigte, dass 44% der Infektionen durch Menschen verursacht wird, die keine der beschriebenen COVID-19- Symptome haben, die aber positiv für SARS-CoV-2 getestet wurden. Das Oxford Centre for Evidence-based Medicine schätzt, dass zwischen 5-80% der SARS-CoV-2-infizierten ohne Symptome sind. Daher sollten in einem Fitnessstudio, insbesondere bei akuten COVID- 19-Fällen in einem Landkreis, alle so behandelt werden, als wären sie mit SARS-CoV-2 infiziert. Die reine Temperaturmessung z.B. durch Infrarot-Thermometer ist nicht ausreichend, um Personen zu identifizieren, die mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sind, da nicht jede infizierte Person Fieber hat.

Begründung. Mehrere Studien zeigen, dass insbesondere junge Menschen, die mit SARS- CoV-2 infiziert sind und noch keine Krankheitssymptome zeigen, andere Menschen anstecken können. Der erste Bericht einer wahrscheinlichen Infektion mit SARS-CoV-2 durch eine Person ohne COVID-19-Symptome stammt aus China (Bai et al., 2020). Ebenso hat wahrscheinlich bei einem der ersten deutschen Fälle eine Chinesin vor dem Auftreten von COVID-19-Symptomen im Januar 2020 ihre Kollegen in München angesteckt (Rothe et al., 2020). Eine weitere Studie schätzt, dass 44% der Infektionen durch SARS-CoV-2-Infizierte geschahen, die keine COVID-19-Symptome hatten (He et al., 2020). Eine Literaturanalyse aus Oxford fand dass Studien fanden, dass zwischen 5-80% der SARS-CoV-2-Infizierten ohne Symptome während des Tests sind (Heneghan et al., 2020). Die Tatsache dass auch Menschen ohne COVID-19-Symptome andere mit dem SARS-CoV-2-Virus anstecken können, ist ein großes Problem, denn infizierte Menschen können nicht eindeutig anhand von COVID-19-Symptomen identifiziert werden.

7 Können Umkleide, Dusche, Sauna oder Schwimmbad wieder geöffnet werden?

Antwort & Empfehlung. SARS-CoV-2-Infektionen geschehen vor allem über Tröpfchen in der Atemluft (Aerosol) und über Oberflächenkontakte. Hingegen sind Infektionen durch z.B. mit Chlor aufbereitetes Badewasser unwahrscheinlich, da Chlor das SARS-CoV-2-Coronavirus wirksam tötet. Umkleiden, Duschen, Saunas oder Schwimmbäder in Fitnessstudios sind Orte, wo sich oft besonders viele Menschen auf engem Raum bewegen. Wir empfehlen daher Duschen, Sauna oder Schwimmbäder bei signifikantem SARS-CoV-2-Infektionsrisiko zu schließen. In Bezug auf Umkleiden muss ein Konzept entwickelt werden (z.B. nur bestimmte Zahl von Mitgliedern reinlassen), das einen Abstand von 1,5 m zwischen Mitgliedern während der Benutzung erlaubt und z.B. durch verpflichtende Gesichtsmasken das Infektionsrisiko weiter reduziert. Ist dies nicht möglich, dann sollten auch die Umkleiden geschlossen werden.

Begründung. Es gibt eine Studie, die Evidenz dafür zeigt, dass eine Person in einem öffentlichen Schwimmbad in China acht andere Personen mit SARS-CoV-2 angesteckt hat (Luo et al., 2020). Derzeit finden sich in der Literatur keine expliziten Studien zur Lebensdauer des SARS-CoV-2-Coronavirus im Badewasser. Jedoch existieren Erfahrungen mit ähnlichen Viren. Hier sagen das Umweltbundesamt (Umweltbundesamt, 2020) und die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB, 2020), dass SARS-CoV-2-Infektionen durch vorschriftsmäßig aufbereitetes Badewasser unwahrscheinlich sind. Spezifisch sagt das Umweltbundesamt „Dem Schwimmbeckenwasser selbst wird ein Desinfektionsmittel (in der Regel Chlor) zugesetzt, das in das Beckenwasser eingebrachte potenzielle Krankheitserreger inaktiviert oder abtötet. Behüllte Coronaviren sind hierbei besonders leicht zu inaktivieren“ (Umweltbundesamt, 2020). Ein Experiment (siehe Abbildung 1) zeigte, dass das verwandte SARS-CoV-1-Virus bei Dosen ab 10 mg/L Chlor nach 10 min zu 100% inaktiviert wurde.

Daher scheint das größte Problem zu sein, dass in Umkleiden, Duschen, Saunas, Gemeinschaftstoiletten und Schwimmbädern sich oft viele Menschen auf engem Raum bewegen und oft Oberflächen berühren, wie z.B. beim Umziehen. Das Risiko für SARS-CoV- 2-Infektionen durch Tröpfchen in der Atemluft oder durch Oberflächen ist deshalb wahrscheinlich besonders hoch.

8 Was sind COVID-19 Risikogruppen? Wie sollten Fitnessstudios mit Risikogruppen umgehen?

Antwort & Empfehlung. Fitnessstudios müssen insbesondere Menschen schützen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 (Intensivstation oder Tod) haben. Wir schlagen vor diese in Menschen mit erhöhtem Risiko und Menschen mit stark erhöhtem Risiko zu unterteilen:

  • Menschen mit erhöhtem Risiko: Menschen, die 60-70 Jahre alt sind ohne schwere Adipositas (>35 m/kg2), Diabetes Mellitus, koronare Herzkrankheit, schweres Asthma/Lungenkrankheit, Leberkrankheit oder Immunsuppression ® Diese Mitglieder haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Studiobesitzer sollten sich überlegen wie sie den Besuch dieser Mitglieder besonders sicher machen können. Maßnahmen wären z.B. Yoga oder Rückenschule morgens, wenn keine anderen Mitglieder zugelassen werden. Wenn Geräte wie Hanteln gemeinschaftlich benutzt werden, dann sollten Oberflächen besonders gründlich desinfiziert werden und Teilnehmer sollten eventuell Latexhandschuhe tragen.
  • Menschen mit einem stark erhöhten Risiko: Menschen über 70 Jahren oder Menschen jeden Alters mit schwerer Adipositas (>35 m/kg2), Diabetes Mellitus, koronarer Herzkrankheit, schwerem Asthma/Lungenkrankheit, Leberkrankheit oder Immunsuppression ® Diesen Mitgliedern sollte empfohlen werden nicht das Fitnessstudio zu besuchen, da eine SARS-CoV-2-Infektion für diese Mitglieder lebensgefährlich sein kann.

Diese Regeln sollten gelten, bis in einem Landkreis keine COVID-19-Erkrankungen mehr gemeldet werden, über was das Robert-Koch-Institut informiert (siehe Link unten). Die Regeln für Menschen mit erhöhtem Risiko könnten eventuell gelockert werden, sobald dies erlaubt wird und wenn es keine akuten SARS-CoV-2-Infektionen in einem Landkreis oder einer Region mehr gibt.

Begründung. Viele Studien zeigen, dass ältere Menschen und Menschen mit anderen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, mit einer SARS-CoV-2-Infektion auf einer Intensivstation eingeliefert zu werden oder an COVID-19 zu sterben.

Quelle: Konzept zur Wiederöffnung von Fitnessstudios nach dem Höhepunkt der COVID-19 Pandemie. Erstellt von Mitarbeitern der Technischen Universität München & IST-Hochschule Düsseldorf. 28.04.2020.

1) 2) 2) 3) Andrea Dietlmeier , Angela Lindfeld , Stephan Geisler , Roger Everett , Martin 
4) 4) Schönfelder ,HenningWackerhage 

1) Technische Universität München; Arcisstrasse 21 (*), 80333 München 
2) IST-Hochschule für Management; Erkrather Straße 220 a-c; 40233 Düsseldorf 
3) Medical Research Council; University of Glasgow Centre for Virus Research; Glasgow, Scotland, UK (Prof. i. R.) 
4) Technische Universität München; Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften; Georg-Brauchle-Ring 60-62; 80992 München

 

Die Wichtigsten Maßnahmen und Umsetzung für unsere XTRA Mitglieder:

Warum sind die Duschen, der Umkleidebereich gesperrt?
Die Duschen sowie Umkleiden gelten als sensitive Bereiche, bei denen es verstärkt zu einem direkten Kontakt kommen kann. Da hier die Abstandsregelung nicht vollumfänglich eingehalten werden kann, sind diese Bereiche vorerst gesperrt. Bitte kommen Sie zwingend umgezogen ins Studio und wechseln Sie Ihre Schuhe vorab im Auto oder vor dem Gebäude. Für Taschen etc. haben wir solange die Sperrung andauert, keine Aufbewahrungsmöglichkeit. Bitte bewahren Sie Ihre Wertsachen im Auto auf.

Kann ich Gruppenkurse besuchen?
Unsere internen und externen Kurse werden für die Übergangszeit weiterhin nicht verfügbar sein. Wie im Text zuvor beschrieben, können wir durch die Intensität unserer Kurse und die vorhandenen Räumlichkeiten keine ausreichende Distanz zwischen den Teilnehmern garantieren.

Welchen Schutz bieten Mund-Nasen-Bedeckungen?
Diese Bedeckung stellt zwar keine nachgewiesene Schutzfunktion für die Trägerin oder den Träger selbst dar, kann bei einer Infektion aber dazu beitragen, das Virus nicht an andere Menschen weiterzugeben. Daher besteht bei uns MASKENPFLICHT!

Ist das Virus durch Schweiß übertragbar?
Corona wird nach aktuellem Stand über die Tröpfcheninfektion übertagen, (Niesen, Husten, Speichelübertragung) wenn diese Tröpfchen mit Schleimhäuten (Mund, Nase, Augen) in Verbindung kommen. In der Regel gilt Schweiß als NICHT-INFEKTIÖS. Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar.

Ist das Virus über Griffflächen und Oberflächen übertragbar?
Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind durch Schmierinfektionen denkbar. In welcher Konzentration das Virus auf einer Oberfläche vorhanden sein muss, kann noch nicht geklärt werden. Daher sollte die Handhygiene eingehalten werden und der Kontakt zu Schleimhäuten vermieden werden.

Wer reinigt die benutzten Geräte nach Gebrauch?
Die benutzten Geräte bzw. die Handgriffe sind nach Gebrauch selbständig vom Trainierenden zu reinigen mit Desinfektionsmittel und Einmalpapier. Zusätzlich werden die Geräte bzw. Handgriffe vom Personal in regelmäßigen Abständen desinfiziert.

Kann man sich Getränke an der Zapfstation nehmen?
Frei zugängliche und für die Selbstbedienung bestimmte Essens- und Getränkestation sind nach den neuen Richtlinien zu sperren. Bitte bringen Sie sich eigene Getränke mit.

Wie viele Personen dürfen gleichzeitig Trainieren?
Nach unserer Quadratmeterzahl und den besetzten Stellflächen dürfen sich maximal 8 Personen gleichzeitig auf unserer Trainingsfläche befinden.

Wie lange darf ich trainieren?
Damit wir auch allen die gleiche Möglichkeit für ein Training bieten können, beläuft sich die maximale Trainingszeit auf 75 Minuten. Änderungen der Zeiten sind vorbehalten. Unsere Öffnungszeiten ändern sich daher wir folgt: 
Montag – Freitag, 8.00 Uhr bis 21.30 Uhr
Samstag & Sonntag, 9.00 Uhr bis 15.30 uhr

Muss ich mich für ein Training vorher eintragen oder kann ich einfach kommen?
Jedes Mitglied muss sich bei unseren Trainern telefonisch melden, um einen festen Termin zu planen. Jedes Mitglied darf pro Woche 3 Termine nennen zu denen trainiert werden möchte. Unsere Trainer koordinieren die Anfragen.

Wird es eine Trainingsflächenbetreuung geben?
Ja. Unsere Trainer stehen euch weiterhin für Fragen zur Verfügung. Bitte habt Verständnis, dass der Mindestabstand von 1,5 m gewahrt werden muss und wir keinen direkten Körperkontakt anwenden können z.B. in Form von Korrekturen.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass Risikogruppen (Punkt 8 „Was sind COVID-19 Risikogruppen? Wie sollten Fitnessstudios mit Risikogruppen umgehen?“) von einem Fitnessstudio Besuch abgeraten wird.

Wir danken Ihnen vielmals für Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch in der XTRA.

Ihr XTRA Team

 

Verfasser: M. Yakar, 06.05.2020